Innere Unruhe – was tun?

Manchmal weißt du überhaupt nicht so genau, woher deine Anspannung und innere Unruhe kommt. Du fühlst dich einfach nur gereizt und gestresst und die sprichwörtliche Fliege an der Wand bringt dich schon aus der Ruhe oder lässt dich sogar komplett aus der Haut fahren. Auch Geräusche und Störungen von außen sind dir sehr unangenehm. Natürlich bekommen auch deine Mitmenschen deine innere Unruhe mit und empfinden dich als unausgeglichen, launisch, ungeduldig, nörglerisch und ungnädig ihnen gegenüber. Das Problem kann zudem sein, dass du überhaupt nicht mehr richtig entspannen kannst und dass deine innere Unruhe dich ständig treibt – obwohl du überhaupt nicht konkret weißt, wohin und wozu. Möglicherweise erlebst du es auch, dass deine Konzentration aufgrund der schon länger anhaltenden Unruhe leidet, dass deine Leistungsfähigkeit durch deine innere Unruhe beeinträchtigt wird und dass du sogar Schlafprobleme hast, somit die Unruhe sogar mit in deine Ausruhphase nimmst. Kurz und gut: Du fühlst dich nicht gut, bist ständig gestresst und der Kontakt zu Freunden und Familie wird auch sehr belastet. Sehr wichtig für dich zu wissen ist allerdings, dass du gegen deine innere Unruhe etwas tun kannst. Mit oftmals leicht umsetzbaren Mitteln, manchmal aber auch erlernbaren Techniken kannst du zurück zu Ausgeglichenheit und Gelassenheit gelangen und deine innere Unruhe verlieren.

Innere Unruhe – Die Unausgeglichenheit annehmen

Auch wenn dieser Tipp auf den ersten Blick etwas absurd erscheint – aber nur dann, wenn du deine derzeitige Unruhe annimmst und akzeptierst, kannst du auch effektiv etwas dagegen unternehmen. Solange du dich gegen die innere Unruhe wehrst und sie als deinen Fein betrachtest, blockierst du dich für Hilfen, die gegen die Unruhe wirksam sind. Wie auch mit einer Krankheit oder Schmerz will dein Körper dir durch die Unruhe signalisieren, dass in deinem Leben etwas außerhalb des gesunden Rhythmus verläuft. Betrachte die innere Unruhe also nicht als deinen Feind, sondern anstelle dessen eher als ein hilfreiches Signal, das dich vor größerem Schaden bewahrt.

Atemübungen

Unsere Atmung beeinflusst unser gesamtes Handeln und auch unser Wohlgefühl. Überlege einfach einmal kurz, wie sich beispielsweise ein Schreck auf deine Atmung auswirkt. Richtig: Du hältst die Luft an. Bist du wiederum gestresst, dann atmest du häufig unregelmäßiger und auch flacher, als dies in entspanntem Zustand der Fall ist. Auch innere Unruhe wirkt sich auf deine Atmung aus. Ebenso, wie sich unsere Gefühle auf die Atmung auswirken, können wir aber umgekehrt die Atmung auch nutzen, um unser persönliches Empfinden zu lenken und zu beeinflussen. Mit Atemübungen geht das sehr gut. Leg dich für eine ganz einfache und entspannende Atemübung gegen deine innere Unruhe einfach auf eine Decke auf dem Boden. Leg dich ohne Kopfkissen oder andere Unterlagen einfach flach hin. Dann legst du deine Hand auf den Bauch, in etwa in den Bereich, wo sich der Nabel befindet. Nun atmest du ganz bewusst ein und spürst dabei, wie sich deine Hand während des Einatmens nach oben bewegt. Konzentrier dich völlig auf diesen Vorgang des Einatmens. Lass den Atem dann ganz locker wieder ausströmen und spüre, wie deine Hand sich auf dem Bauch langsam absenkt. Führe diese Übung immer dann aus, wenn dich die innere Unruhe überkommt und zwar so lange, bis zu spürst, dass dich Entspannung und Ruhe überkommt. Diese Atemübung ist auch sehr gut geeignet, um am Abend im Bett die innere Unruhe zu vertreiben und zum Schlaf zu gelangen. Du wirst feststellen, dass diese einfache Übung deine innere Unruhe positiv beeinflussen kann.

Innere Unruhe – Bewegung

Spannungen aus dem Alltag sowie Stress können wir Menschen auch sehr gut durch Bewegung ausgleichen. Verspürst du also häufig eine innere Unruhe, dann plane mehr Bewegung in dein Leben ein. Ob du joggen gehst, ob du lieber einen langen Spaziergang im Feld oder Wald absolvierst, dich die Inliner anziehst, um den Block zu fahren oder ob du das Fahrrad nimmst, um eine ausgiebige Runde zu drehen – deine innere Unruhe wird sich in jedem Fall durch Bewegung abbauen. Wie intensiv diese Bewegung sein muss, das ist stark typabhängig. Einige Menschen brauchen, um innere Unruhe abzubauen, einen entspannten Spaziergang, andere Menschen wiederum müssen im Fitness-Club Gewichte stemmen, um sich wieder ausgeglichen zu fühlen und die innere Unruhe loswerden zu können. Probier dich aus und tu einfach das, was dir am meisten Spaß macht und vor allem deine innere Unruhe ausgleicht.

Muskelanspannung

Leg dich für eine bewusste Muskelanspannung flach auf den Boden auf eine Decke. Schließe nun die Augen und spanne alle Muskeln deines Körpers so fest an wie du nur kannst. Du kannst ruhig so intensiv die Muskulatur anspannen, dass du ein intensives Ziehen in deinen Muskeln spürst. Achte allerdings darauf, dass du die Muskulatur nur kurz anspannst und dann schnell bewusst wieder lockerst, damit du keine Verkrampfungen bekommst. Genieße nach der Anspannung und der anschließenden bewussten Entspannung der Muskulatur für zehn Sekunden die vollkommene Lockerheit aller Muskeln. Diese Übung hilft deshalb so gut gegen innere Unruhe, weil wir in einem unruhigen Zustand manche Muskelgruppen unbewusst praktisch ständig angespannt haben und so die wohltuende Entspannung bewusst erleben. Wiederhole die Zyklen der An- und Entspannung mehrmals, bis dass du wirklich spürst, dass deine innere Unruhe zurückgeht. Wenn dir diese Entspannungsübung für die Muskulatur gefällt und hilft, kannst du dir überlegen, ob du vielleicht einmal die sogenannte Progressive Muskelentspannung nach Jakobson erlernen möchtest. Kurse hierfür bieten Volkshochschulen, spezielle Institute oder auch teilweise Fitnessstudios an.

Lachen

Hast du schon einmal erlebt, dass ein Tag dich wirklich an deine Grenzen gebracht hat und du dann einen sehr lustigen Abend hattest, der dich wieder vollkommen entspannt hat? Kein Wunder, denn der Volksmund sagt schon, dass Lachen die beste Medizin ist. Auch deine innere Unruhe kannst du mit Lachen vertreiben. War der Tag besonders anstrengend, dass beschaffe dir einen wirklich lustigen Videofilm, geh ins Kino oder suche einfach eine Situation, bei der du so richtig zum Lachen kommst. Lachen entspannt den gesamten Körper und du wirst feststellen, dass deine innere Unruhe nicht mehr da ist, wenn du mal wieder so richtig ausgiebig und aus vollem Halse gelacht hast. Auch wenn dir dieser Tipp völlig absurd erscheint, wenn die innere Unruhe dich im Griff hat – probier es auch und stelle fest, wie sehr Lachen entspannen kann.

Innere Unruhe – Musik

Auch Musik beeinflusst unseren gesamten Organismus. Ärzte nutzen dies inzwischen auch und so behandeln auf Panikpatienten spezialisierte Zahnärzte ihre Patienten inzwischen beispielsweise parallel zu entspannender Musik. Der Patient kann sich Musikstücke aussuchen, die eigene CD mitbringen und die Zähne behandeln lassen, während die Musik ihn entspannt. Das gilt auch für innere Unruhe, denn die kann Musik auch vertreiben. Leg dich einfach bequem hin, setzt dir am besten Kopfhörer auf, die dich von der Außenwelt abschirmen und lass die Musik deine innere Unruhe vertreiben. Vielleicht schläfst du während des Musikhörens ein – aber das ist nicht schlimm, denn besser kann dir deine Körper nicht signalisieren, dass tiefe Entspanntheit die innere Unruhe abgelöst hat. Besonders klassische Musik hat übrigens auf den Körper eine sehr beruhigende Wirkung und vertreibt innere Unruhe.

Innere Unruhe: Was kannst Du noch selbst tun?

  • Entspannungsübungen können Deine innere Unruhe vertreiben. Setze oder lege Dich beispielsweise auf den Boden oder auf das Bett hin, schließe Deine Augen, entspanne die Arme und die Beine, atme tief ein und aus und lenke Dich bewusst ab, indem Du an etwas Wundervolles denkst.
  • Interessiert an einem einen Beruhigungstee? Dann vermenge 60 Gramm Passionsblumenkraut und 20 Gramm Pfefferminz- und Baldrianwurzel zusammen. Dazu gießt Du 250 ml kochendes Wasser darüber, lässt die Mischung für zehn Minuten ziehen und seihst es ab. Trinke den Beruhigungstee morgens und am frühen Nachmittag; zwei bis drei Tassen am Tag reichen vollkommen aus.
  • Ein bewährtes Hausmittel: ein Glas Buttermilch
  • Ebenfalls hat sich gegen innere Unruhe ein warmes Vollbad aus Hopfen-, Baldrian-, Heublumen- oder Heublumenzusatz bei einer Raumtemperatur von bis zu 21 Grad und das Badewasser bei 38 Grad bewährt. Lege Dich für 10 bis 20 Minuten in die Wanne und lege Dich zugedeckt für eine Stunde ins Bett.

Lass dich durch innere Unruhe nicht leiten, aber nimm sie als Signal an, dass in deinem Leben einiges zu stressig und angespannt verläuft. Innere Unruhe als Signal zu sehen und für mehr Entspannung zu sorgen heißt auch, wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen und bewusst zu leben. Zudem kannst du innere Unruhe auch noch selbst in den Griff bekommen. Ignorierst du die Signale deines Körpers, kann sich letztlich irgendwann eine ausgeprägte Erschöpfung breit machen.

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